Artensterben: Wie können Biodiversität und Ökosysteme erhalten werden?

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Artensterben: Biodiversität und Ökosysteme erhalten

Hier geht´s zum Blog zum Thema Artensterben / Biodiversität: Wie können wir die lebendige und interdependente Vielfalt der Erde erhalten (bzw. aufhören, diese zu zerstören)?

Fakten zum Artensterben

Die biologische Vielfalt in all ihrer Gesamtheit – nicht nur einzelne besondere Arten – stellt unsere Lebensgrundlage dar.
Arten, die ausgestorben sind, können nicht zurückgeholt werden.
Das Aussterben von Arten kann systemische Dominoeffekte nach sich ziehen, da die Arten füreinander Nahrungs- und Lebensgrundlage sind.
Das derzeitige Artensterben schreitet 10- bis 100-fach schneller fort, als in den zurückliegenden zehn Millionen Jahren. Und es geht ungehindert weiter. Hier einige Fakten (Quelle: ZEIT online):
  • Von den weltweit bekannten 1,7 Millionen Arten sind aktuell etwa 25 Prozent gefährdet, also circa 425.000. 
  • Mit den Daten der gut untersuchten Artengruppen ... können wir ... hochrechnen dass es weltweit ca. 8,1 Millionen Arten gibt. Von diesen ist derzeit ungefähr eine Million vom Aussterben bedroht.
  • Ein Drittel der marinen Säugetiere sind gefährdet, ebenso ein Drittel der riffbildenden Korallen.
  • Bei den Amphibien sind 40 Prozent gefährdet.
  • Von der artenreichsten Gruppe, den Insekten, sind zehn Prozent bedroht. 
  • Weltweit haben sich die Bestände von Wirbeltieren innerhalb von etwa 40 Jahren im Durchschnitt mehr als halbiert, pro Jahr gab es zwei Prozent weniger Tiere.
  • In Deutschland ist von den rund 72.000 bekannten Tier-, Pflanzen- und Pilzarten rund ein Drittel in seinem Bestand bedroht.

Der Bericht des Weltbiodiversitätsrats der UNO (IPBES Global Assessment Report)

Erstmals seit 14 Jahren hat der Weltbiodiversitätsrat IPBES die Lage der globalen Artenvielfalt beurteilt. Mit einem gigantischen Aufwand:
"Compiled by 145 expert authors from 50 countries over the past three years, with inputs from another 310 contributing authors, the Report assesses changes over the past five decades, providing a comprehensive picture of the relationship between economic development pathways and their impacts on nature. It also offers a range of possible scenarios for the coming decades. Based on the systematic review of about 15,000 scientific and government sources, the Report also draws (for the first time ever at this scale) on indigenous and local knowledge, particularly addressing issues relevant to Indigenous Peoples and Local Communities."

Die wichtigsten Fakten:

  • Three-quarters of the land-based environment and about 66% of the marine environment have been significantly altered by human actions. On average these trends have been less severe or avoided in areas held or managed by Indigenous Peoples and Local Communities.
  • More than a third of the world’s land surface and nearly 75% of freshwater resources are now devoted to crop or livestock production.
  • The value of agricultural crop production has increased by about 300% since 1970, raw timber harvest has risen by 45% and approximately 60 billion tons of renewable and nonrenewable resources are now extracted globally every year – having nearly doubled since 1980.
  • Land degradation has reduced the productivity of 23% of the global land surface, up to US$577 billion in annual global crops are at risk from pollinator loss and 100-300 million people are at increased risk of floods and hurricanes because of loss of coastal habitats and protection.
  • In 2015, 33% of marine fish stocks were being harvested at unsustainable levels; 60% were maximally sustainably fished, with just 7% harvested at levels lower than what can be sustainably fished.
  • Urban areas have more than doubled since 1992.
  • Plastic pollution has increased tenfold since 1980, 300-400 million tons of heavy metals, solvents, toxic sludge and other wastes from industrial facilities are dumped annually into the world’s waters, and fertilizers entering coastal ecosystems have produced more than 400 ocean ‘dead zones’, totalling more than 245,000 km2 (591-595) - a combined area greater than that of the United Kingdom.
  • Negative trends in nature will continue to 2050 and beyond in all of the policy scenarios explored in the Report, except those that include transformative change – due to the projected impacts of increasing land-use change, exploitation of organisms and climate change, although with significant differences between regions.
Hier findet Ihr die Original-Zusammenfassung des IPBES Global Assessment Report (english) zum Download 

Wer diesen komplexen Text nicht lesen möchte - in den Medien und bei verschiedenen Organisationen findet Ihr viele zusammenfassende Berichte, die die Situation anschaulich darstellen. Hier eine Auswahl:

Die Zeit:
Das Artensterben ist so gefährlich, wie der Klimawandel

Die Arten dieser Erde sichern unser Überleben
Was zur Hölle ist ein Pangolin?
Eine Million Arten sind vom Aussterben bedroht

Futureearth.org:

IPBES Global Assessment Report warns of ‘unprecedented’ decline in nature and species, calls for ‘transformative changes’

National Geographic:

One million species at risk of extinction, UN report warns

n-tv:
Eine Million Arten stehen vor dem Aussterben.

Weitere Hintergrundberichte:
n-tv: Weniger Vögel in Deutschland und ganz Europa

Der Living Planet Report des WWF

Eine gute Zusammenfassung der Situation gibt ein weiterer ZEIT-Artikel (Jan 19): Wie geht es den Arten? Er zeigt: Spezies sterben außerdem heute mindestens hundertmal schneller aus als in der Vergangenheit, vielleicht sogar mehr als tausendmal schneller. Bislang waren Naturereignisse (wie etwa der gewaltige Asteroideneinschlag auf der mexikanischen Halbinsel Yukatan für 65 Mio Jahren) für solche Massensterben ursächlich. Heute sind es wir - und zwar durch folgende Faktoren:
  • Habitatverlust, d.h. Lebensraumverluste durch den Klimawandel, die Abholzung der Regenwälder oder das Fluten von Tälern, um Wasserkraft zu gewinnen.
  • Verschleppung invasiver Arten quer über den Planeten. Diese verdrängen ansässige Pflanzen und Tiere oder übertragen Krankheiten. Beispiel: Ein Hautpilz, der 99 Prozent der befallenen Frösche und Salamander tötet.
  • Vergiftung von Lebensräumen, v.a. Süßwassersysteme wie Flüsse und Seen. 
  • Anstieg der Weltbevölkerung, kombiniert mit einem Anstieg des globale Konsumniveaus.
  • Direkte Ausrottung durch Jagd oder Fischerei.

Hier geht es direkt zum Living Planet Report des WWF, der zeigt: Allein zwischen 1970 und 2012 sind die globalen Wildtierbestände um 60 Prozent gesunken.

Bienensterben

TED-Video: "Why bees are disappearing" von Marla Spivak.
"Honeybees have thrived for 50 million years, each colony 40 to 50,000 individuals coordinated in amazing harmony. So why, seven years ago, did colonies start dying en masse? Marla Spivak reveals four reasons which are interacting with tragic consequences. This is not simply a problem because bees pollinate a third of the world's crops. Could this incredible species be holding up a mirror for us?"

Überfischung der Meere

Links:

https://www.planet-wissen.de/natur/meer/ueberfischung_der_meere/
"Innerhalb der vergangenen 60 Jahre hat sich die Menge des gefangenen Fisches vervielfacht – von 12,8 Millionen Tonnen im Jahr 1950 auf etwa 80 Millionen Tonnen pro Jahr seit der Jahrtausendwende.
Die Folge: Der Bestand der großen Speise- und Raubfische wie Thunfisch, Schwertfisch und Hai ist um 90 Prozent zurückgegangen. Gerade die für die Fortpflanzung so wichtigen Altfische, die durch ihre Größe viele Nachkommen zeugen könnten, fehlen.
Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation gelten mehr als die Hälfte aller Fischbestände als bis an die biologische Grenze befischt. Weitere 30 Prozent sind bereits völlig erschöpft. In den europäischen Fanggebieten ist die Situation noch dramatischer: Im Mittelmeer gelten beispielsweise 93 Prozent der Bestände als überfischt (Stand: 2015)."

https://reset.org/knowledge/ueberfischung-der-meere
"Etwa 30 Prozent der kommerziell genutzten Fischbestände gelten als überfischt, 60 Prozent der Fischbestände sind maximal befischt. Nur 10 Prozent der globalen Fischbestände sind noch nicht an der Belastungsgrenze befischt. Das geht aus dem Bericht über den Zustand der Weltfischbestände und der Aquakultur der Welternährungsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) hervor. Sollte sich an dieser Situation nichts ändern, werden die meisten Fischbestände in den Ozeanen laut Prognose des UN-Umweltprogramms UNEP bis zum Jahr 2050 kollabiert sein – ein  kommerzieller Fischfang wäre damit nicht mehr möglich."

Gute Nachrichten zum Artenschutz

Was spricht gegen die genannten Informationen und Fakten?

Wenn Du belegbare Informationen hast, die den hier dargestellten widersprechen oder diese ergänzen, sende uns bitte eine E-Mail, möglichst mit entsprechenden Links und Belegen dazu. Wir prüfen Deine Informationen im Rahmen unserer Möglichkeiten und werden sie veröffentlichen, wenn wir die Evidenz nachvollziehen können. 

Ziele, um das Artensterben aufzuhalten

UN-Ziel 14: Ozeane, Meere und Meeresressourcen im Sinne nachhaltiger Entwicklung erhalten und nachhaltig nutzen

Ziel 14 der 17 Ziele der Vereinten Nationen für eine nachhaltige und gerechte Zukunft. Die Agenda 2030.

14.1 Bis 2025 alle Arten der Meeresverschmutzung, insbesondere durch vom Lande ausgehende Tätigkeiten und namentlich Meeresmüll und Nährstoffbelastung, verhüten und erheblich verringern
14.2 Bis 2020 die Meeres- und Küstenökosysteme nachhaltig bewirtschaften und schützen, um unter anderem durch Stärkung ihrer Resilienz erhebliche nachteilige Auswirkungen zu vermeiden, und Maßnahmen zu ihrer Wiederherstellung ergreifen, damit die Meere wieder gesund und produktiv werden
14.3 Die Versauerung der Ozeane auf ein Mindestmaß reduzieren und ihre Auswirkungen bekämpfen, unter anderem durch eine verstärkte wissenschaftliche Zusammenarbeit auf allen Ebenen

weiterlesen: weitere UN-Ziele zum Schutz der Ozeane...

Lösungsansätze zum Erhalt der Biodiversität

Artenschutz ist auch auf lokaler Ebene möglich: "Rettet die Bienen" ist ein erfolgreiches Volksbegehren in Bayern

"Rettet die Bienen" ist das bisher erfolgreichste Volksbegehren in Bayern. 18,4 % der Wahlberechtigten beteiligten sich. Die derzeit regierende bayerische Koalition aus CSU und Freien Wählern will den Gesetzentwurf annehmen. (Stand 7. Mai 2019)

Hier geht es direkt zur Homepage des Volksbegehrens Artenvielfalt. Dort erfahrt Ihr aus erster Hand, wie es nun weitergeht.

Ideen-Blog zur Biodiversität

Was kann ich selbst gegen das Artensterben und für den Erhalt der Biodiversität tun?

Reset.org: Schütze den Wald
the-earth is-our home



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